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Wissenschaftspreis - Umsicht Förderverein

Wissenschaftspreis

 

2015 Wissenschaftpreis
Die Preisträger 2015 ©Fraunhofer UMSICHT/Ilka Drnovsek


Der UMSICHT-Wissenschaftspreis
zur Förderung industrienaher Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik

Die Preisträger des UMSICHT-Wissenschaftspreises 2015 stehen fest: Dr. rer. nat. Lars Heepe (Kategorie Wissenschaft), Anja Krieger und Cornelia Borrmann (beide Kategorie Journalismus) erhielten am 24. Juni im Rahmen der Feier in Oberhausen zum 25-jährigen Bestehen von Fraunhofer UMSICHT ihren Preis von Schirmherr Prof. Dr. med. Dietrich Grönemeyer. Der Förderverein von Fraunhofer UMSICHT verlieh den Preis zum sechsten Mal.

Der UMSICHT-Wissenschaftspreis zeichnet Menschen aus, die hervorragende industrie- und marktnahe Forschung leisten und solche, die über Forschung in den Medien verständlich berichten und so zum Dialog von Wissenschaft und Gesellschaft in den Bereichen Umwelt, Sicherheit in der Verfahrens-technik und Energie beitragen. Der Preis wird in den Kategorien Wissenschaft und Journalismus vergeben und ist mit insgesamt 15 000 Euro dotiert: 10 000 Euro für den Preisträger der Kategorie Wissenschaft und zweimal 2500 Euro in der Kategorie Journalismus.

Preisträger Wissenschaft: Dr. rer. nat. Lars Heepe

Ausgangspunkt seiner Dissertation »Kontaktmechanik biologisch inspirierter Haftsysteme« war Lars Heepes Interesse an der Fähigkeit einiger Insekten, Spinnen und Geckos, an senkrechten Oberflächen, sogar über Kopf, laufen zu können. Möglich machen dies Hunderte bis Milliarden kleiner Härchen unter den Füßen der Tiere, die mit beinahe jeder Oberfläche auf molekularer Ebene wechselwirken. Die Geometrie der Haarspitze der Hafthärchen ist dabei für die Haftkraft verantwortlich. Besonders gut haften Haarspitzen, die sich Teller-förmig verbreitern. Die physikalischen Prinzipien dieses komplexen »Gecko-Effekts« konnten bereits auf künstliche, klebstofffreie Haftfolien aus Silikon übertragen werden (Gecko® – Tape, Gottlieb Binder GmbH & Co. KG). Jedoch wurde bisher nicht verstanden, warum eine pilzkopfförmige Struktur der Haarspitzen für die optimalen Hafteigenschaften so entscheidend ist. Diese Mechanismen entschlüsselte Heepe in seiner Arbeit: Mittels einer Hochgeschwindigkeitsanalyse untersuchte er den Ablöseprozess der pilzkopfförmigen Mikrostrukturen mit ca. 200 000 Bildern pro Sekunde. Heepe konnte zusätzlich das Potenzial der Haftfolie auf eine wichtige Anwendung übertragen: Er entwickelte einen bionischen Greifer, der im Vergleich zu konventionellen Saug-Greifern ein Energiesparpotenzial von ca. 95 Prozent aufweist. Weiterhin entdeckte er, dass die Haftfolie den Bewuchs durch marine Organismen (Antifouling) verringert. Lars Heepe (31) studierte Physik an der Universität Jena und promovierte in den Fächern Biologie und Physik an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Er ist seit Dezember 2013 wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe Funktionelle Morphologie und Biomechanik und der Christian- Albrechts-Universität zu Kiel im Projekt. »Ich bin mir sicher, dass die Natur als Ideengeber großes Potenzial für neue, innovative und nachhaltige Lösungen gegenwärtiger und zukünftiger technischer Probleme hat«, so Lars Heepe.

Preisträger Journalismus: Cornelia Borrmann
In dem Beitrag »Die Körpersprache der Bäume/Der Baum als Lehrmeister« (Artikel, Interview, Filme und Clips), veröffentlicht bei Deutsche Welle online Wissenschaft, wird u. a. das von Prof. Claus Mattheck entwickelte Analyse-Verfahren für Bäume vorgestellt. Das Visual Tree Assessement VTA des Professors für Schadenskunde und Leiter der Abteilung Biomechanik im Forschungszentrum Karlsruhe macht es möglich, Warnsignale eines Baumes zu erkennen und zu verstehen. So können einerseits Bäume vor dem Fällen gerettet werden, und es kann ihr genaues Schadenspotenzial bestimmt werden. Wie bei Menschen hat jede Erkrankung bei Bäumen ihre Symptome: Beulen, Streifen oder Wülste. Aber nicht jeder Baum-Schaden ist optisch zu diagnostizieren. Die Methode ist einfach und universell – Baumpfleger aus der ganzen Welt können sie nutzen. Weiterhin stellt Borrmann in ihrem crossmedialen online-Mix aus Video, Interview und Textbeitrag Matthecks Arbeiten im Bereich Bionik vor, in denen er sich Mitte der achtziger Jahre von den Bäumen abschaute, wie mit minimalem Einsatz von Material ein Maximum an Stabilität zu erreichen ist. Bäume gleichen erhöhte Spannungen aus, indem sie an den stärker belasteten Stellen mehr Holz anlagern. Dieses spannungsoptimierte Konstruktionsprinzip überführte er auf ein Computerprogramm, mit dem industrielle Bauteile wie Schrauben oder Motoraufhängungen bruchoptimiert gefertigt werden. Cornelia Borrmann (57) studierte Filmwissenschaften und Dramaturgie an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf (ehemals Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf - HFF) Potsdam, war erst als Film-Dramaturgin tätig, seit 1991 als freie Journalisten. Mitte der 90er Jahre wechselte sie aus dem Ressort Kultur in den Bereich Wissenschaft. Seit 2000 ist sie feste freie Mitarbeitern von Deutsche Welle TV. Seit 2014 ist Borrmann auch für Wissenschaft-online der Deutschen Welle tätig. »Ich lasse mich sehr gern in Staunen versetzen - für mich ein wichtiges Motiv, dem Wissenschafts-Journalismus die Treue zu halten. Das hält mich lebendig und offen für die Welt«, so beschreibt Cornelia Borrmann ihre Motivation.

Preisträger Journalismus: Anja Krieger

Bisher ist nur in Ansätzen verstanden, welche Gefahren von Plastikmüll im Meer ausgehen. Niemand weiß, wieviel Kunststoff schon in den Meeren schwimmt, was für Folgen etwa das winzig kleine Mikroplastik für Lebewesen und Ökosysteme der Meere hat. Sicher ist aber, dass laufend weiter Müll in die Meere gelangt und dass er bereits jetzt Ökosystemen, Fischerei und Tourismus massiv schadet. Das halbstündige Radio-Feature »Die Entmüllung der Meere. Strategien gegen Plastik im Ozean« für die Sendung Wissenschaft im Brennpunkt im Deutschlandfunk stellt Lösungsvorschläge vor, die in Medien, Netz und Öffentlichkeit als hoffnungsvoll präsentiert worden sind und hinterfragt diese kritisch. Anja Krieger (37), ist seit 2009 freie Journalistin in Berlin. Sie studierte Kulturwissenschaften in Frankfurt Oder, Salamanca und Berkeley und schloss 2007 mit dem Diplom ab. Ihre Beiträge sind im Deutschlandradio Kultur, die ZEIT und Deutschlandfunk erschienen. Für das Medienmagazin »Breitband« ist sie als Online-Redakteurin tätig. Ihre Themengebiete umfassen Umwelt, Wissenschaft und Netzkultur. »Ziel meines Beitrages war es, die Vorschläge und Ideen vorzustellen und kritisch zu vergleichen. Meine Recherchen führten mich vom Müll im Pazifik zum Anfang der Kette und zu den Wurzeln des Problems«, sagt Anja Krieger.
 News
Verleihung UMSICHT-Wissenschaftspreis
06. Juli 2016
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Disposition of UMSICHT science award
July 06, 2016
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